Tanabata, Japans Sternenfest im Juli oder August, beruht auf der alten chinesischen Sage von Weberprinzessin und Kuhhirt, die sich einmal im Jahr am siebten Tag des siebten Monats treffen.
Tanabata: Japan feiert die Sterne
Tanabata, das Sternenfest, ist eines der traditionellen Feste Japans. Es beruht auf der Legende von zwei Liebenden, die das Schicksal trennt: Orihime und Hikoboshi. In den Festtagen bestimmen farbiger Schmuck und traditionelle Bräuche das Bild, und landesweit ist Tanabata ein wichtiges Fest.
Zu Tanabata gehören eine lange Geschichte, feste Bräuche am Vorabend des Festes, traditionelle Rituale und manche Besonderheit.
Geschichte
Tanabata geht auf eine alte chinesische Legende über ein unglückliches Liebespaar zurück: Orihime, die Weberprinzessin, und Hikoboshi, den Kuhhirten. Der Legende nach trennt die Milchstraße die beiden, und sie dürfen sich nur einmal im Jahr treffen, am siebten Tag des siebten Monats. In der Heian-Zeit (794 bis 1185) kam die Geschichte nach Japan, verband sich nach und nach mit einheimischen Traditionen und wurde so zum heutigen Tanabata-Fest.
Ursprünglich feierte man das Fest nur am Kaiserhof, später dann auch in der breiten Bevölkerung. Bis zur Edo-Zeit (1603 bis 1868) war Tanabata sehr beliebt geworden, und die Regionen Japans entwickelten jeweils eigene Arten, es zu feiern.
Typische Aktivitäten
Wünsche auf Tanzaku schreiben
Zu den wichtigsten Bräuchen von Tanabata gehört es, Wünsche auf farbige Papierstreifen zu schreiben, die Tanzaku heißen. Danach hängt man die Tanzaku an Bambuszweige, in der Hoffnung, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Die mit vielfarbigen Tanzaku geschmückten Bambuspflanzen sorgen für eine fröhliche, festliche Stimmung.
Tanabata-Schmuck
Ebenso wichtig ist der Schmuck. In den meisten Straßen, Parks und Einkaufsvierteln hängen große, farbige Papierbänder und Papierlaternen. Zu den beliebtesten Orten für Tanabata-Feste gehören Sendai und Hiratsuka, deren aufwendiger Schmuck jedes Jahr Tausende Besucher anzieht.
Traditionelle Tänze und Aufführungen
Zum Tanabata-Fest gehören traditionelle Tänze und Aufführungen. Je nach Region werden unterschiedliche Tänze in farbigen Kostümen aufgeführt. Begleitet werden sie meist von traditioneller Musik, die zur fröhlichen Feststimmung beiträgt. Besucher können die Darbietungen bewundern und dabei Japans kulturelles Erbe kennenlernen.
Essen und Spiele
Gutes Essen und Spiele gehören zu jedem Fest, auch zu Tanabata. An den Straßen reihen sich Essensstände, Yatai genannt, mit traditionellen japanischen Festgerichten wie Takoyaki (Oktopusbällchen) und Yakisoba (gebratene Nudeln), dazu gibt es geraspeltes Eis. Besucher können sich außerdem beim Ringwerfen, beim Goldfischfangen und an Schießbuden versuchen, ein Spaß für Kinder wie für Erwachsene.
Traditionelle Bräuche
Schmuck aus Bambus und Papier
Der Tanabata-Schmuck in den Straßen besteht aus Bambus und Papier. Neben Tanzaku hängen an den Bambuszweigen auch Origami-Kraniche, Papierbänder und Kimonos aus Papier. Jede Art von Schmuck hat eine eigene Bedeutung, etwa Gesundheit, ein langes Leben oder Erfolg beim Lernen.
Rituale und Opfergaben
An Tanabata gibt es verschiedene Rituale und Opfergaben, die die Gottheiten ehren und Glück bringen sollen. Zu den traditionellen Gaben gehören Obst und Gemüse der Saison sowie Sake; sie werden auf Altären oder an Schreinen für Orihime und Hikoboshi niedergelegt. Manche Gemeinden halten zudem Zeremonien ab, bei denen die Teilnehmenden traditionelle Kleidung tragen und beten.
Gemeinschaft
Tanabata ist ein Fest der Gemeinschaft, bei dem sich die Einheimischen aktiv an Vorbereitung und Feier beteiligen. Schulen, Geschäfte und Nachbarschaftsvereine gestalten oft gemeinsam den Schmuck und organisieren Veranstaltungen. Dieser Zusammenhalt verstärkt die Feststimmung und festigt die sozialen Bindungen.
Wissenswertes
- Tanabata wird je nach Region an unterschiedlichen Tagen gefeiert: Manche Gegenden begehen es am 7. Juli nach dem gregorianischen Kalender, andere halten sich an den Mondkalender und feiern Anfang August.
- Das Tanabata-Fest in Sendai gehört zu den angesehensten Tanabata-Festen Japans und zieht mit seinem prächtigen Schmuck und wichtigen Veranstaltungen jedes Jahr über zwei Millionen Besucher an.
- Außer in Japan gibt es Tanabata-Feste auch in Ländern mit großen japanischen Gemeinschaften, etwa in Brasilien und in den USA.
Tipps für Besucher
Früh planen
Eine Japanreise zu Tanabata ist eine schöne Idee, sollte aber gut geplant sein. Da die Termine je nach Region verschieden sind, lohnt es sich, sie vorab zu prüfen. Unterkunft und Verkehrsmittel am besten früh reservieren, damit die Reise reibungslos verläuft.
Bequeme Kleidung
Auf den Festen tragen viele traditionelle Sommerkleidung wie den Yukata, einen leichten Baumwollkimono. In bequemer Kleidung und mit bequemen Schuhen kommt man leichter durch die vollen Straßen und kann das Festprogramm ganz genießen.
Bräuche respektieren
Wer mitfeiert, sollte die örtlichen Bräuche und Traditionen respektieren. Für das Schreiben der Wünsche auf Tanzaku und das Aufhängen an den Bambuszweigen gelten Regeln, an die man sich hält. Aufführungen und Schmuck verdienen Wertschätzung, also geht man sorgsam und respektvoll mit ihnen um.
Fazit
Tanabata verbindet Mythologie, Kultur und Gemeinschaftssinn. Dazu kommen eine lange Geschichte, farbiger Schmuck und ein festliches Programm.
Wünsche auf Tanzaku, schöner Schmuck und traditionelle Aufführungen zeigen einen Teil der japanischen Kultur.
Feiertage rund um das Festival
Japan: gesetzliche Feiertage und Bankfeiertage von 3 Tagen vor bis 3 Tage nach dem Festival ().
Für Geschäfte, Banken und den öffentlichen Verkehr gelten voraussichtlich die üblichen Öffnungs- und Fahrzeiten.
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