Das Naadam Festival findet jeden Juli in der Mongolei statt, mit Pferderennen über bis zu 30 Kilometer, die zu den längsten der Welt gehören.
Das Naadam Festival in der Mongolei: Tradition und Wettkampf
Das Naadam Festival ist ein großes Fest, das jedes Jahr in der Mongolei stattfindet und die Kultur des Landes zeigt. Vor Ort heißt es „Eriin Gurvan Naadam“, was „drei männliche Spiele“ bedeutet, und es zeigt den Geist und die Traditionen des mongolischen Volkes, die bis heute fortbestehen.
Naadam findet jeden Juli statt, mit lebhaften Wettkämpfen, leuchtenden Farben und fröhlicher Stimmung. Menschen aus aller Welt reisen an, um das farbenfrohe Fest mitzufeiern.
Historischer Hintergrund
Das Naadam Festival entstand zur Zeit des Mongolischen Reiches, das Dschingis Khan (öffnet in neuem Tab) Anfang des 13. Jahrhunderts gründete. Ursprünglich diente es der militärischen Ausbildung: Krieger maßen sich im Bogenschießen, Ringen und Pferderennen, um sich auf den Kampf vorzubereiten. Jahrhunderte später wurde Naadam zum Nationalfest und zu einem Zeichen der Unabhängigkeit und Identität der Mongolei.
Nach der Unabhängigkeitserklärung von China im Jahr 1921 wurde Naadam zum nationalen Feiertag erklärt. Seitdem gehört das Naadam Festival zu den wichtigsten Terminen im mongolischen Kalender. Große Persönlichkeiten und Helden der Unabhängigkeitsbewegung wie Damdin Sükhbaatar (öffnet in neuem Tab), die an diesem Festtag geehrt wurden, verbinden ihn mit der Unabhängigkeitsgeschichte.
Typische Aktivitäten
Das Naadam Festival umfasst drei traditionelle Sportarten, die sogenannten „drei männlichen Spiele“: Bogenschießen, Ringen und Pferderennen. In den Wettkämpfen zeigen die Teilnehmenden Kraft, Geschick und Ausdauer, Ausdruck der Werte und Traditionen des mongolischen Volkes.
Ringen: Das mongolische Ringen, „Bökh“ genannt, genießt in der Geschichte des Landes hohes Ansehen. Die Ringer tragen traditionelle Kampfkleidung mit enger Weste und knapper Hose. In K.-o.-Runden wird gerungen, bis der Champion feststeht. Die Kämpfe sind intensiv und elegant zugleich, und die Ringer tanzen rituell für die Geister ihrer Ahnen.
Bogenschießen: Auch das Bogenschießen gehört zum Naadam Festival; Männer wie Frauen treten an und zeigen ihre Treffsicherheit. Mit traditionellen mongolischen Bögen aus Holz, Horn und Sehnen zielen sie auf kleine Ziele in unterschiedlichen Entfernungen. Die Wettkämpfe zeigen die Präzision und Konzentration, die dieser alte Sport verlangt.
Pferderennen: Pferderennen wie beim Naadam gibt es in dieser Form kaum anderswo: Junge Jockeys, oft Kinder, reiten ohne Sattel über weite, offene Ebenen. Manche Rennen führen über bis zu 30 Kilometer, und Pferde wie Reiter beweisen dabei Wendigkeit und Kraft. Das Siegerpferd und sein Reiter werden hoch geehrt, ein Ausdruck der Stärke und Widerstandskraft, die zum mongolischen Selbstverständnis gehören.
Traditionelle Bräuche
Zum Naadam Festival gehören neben den Wettkämpfen viele traditionelle Bräuche und Gepflogenheiten der Mongolei, die es zu einem kulturellen Fest mit vielen Eindrücken machen.
Kleidung: Viele tragen die traditionelle mongolische Kleidung „Deel“, lange farbige Gewänder mit kunstvollen Mustern. Dazu gehören meist aufwendige Hüte und Stiefel, die das Bild noch farbenfroher machen.
Musik und Tanz: Zu den Feierlichkeiten gehören traditioneller mongolischer Kehlgesang, „Khöömei“ genannt, und Volkstänze, die das Publikum in ihren Bann ziehen. Diese Darbietungen zeigen, wie eng die Mongolen mit ihrer nomadischen Kultur verbunden sind.
Küche: Auch kulinarisch hat das Fest viel zu bieten, mit zahlreichen traditionellen mongolischen Gerichten zum Probieren. Beliebt sind „Khuushuur“ (frittierte Teigtaschen mit Fleisch), „Buuz“ (gedämpfte Teigtaschen) und „Airag“ (vergorene Stutenmilch), eine Kostprobe der eigenen Esskultur des Landes.
Was Besucher erwartet
Wer zum Naadam Festival reist, sollte einige Punkte beachten, damit die Reise angenehm wird.
Zeit und Ort: Das große Fest findet einmal im Jahr vom 11. bis 13. Juli in Ulaanbaatar (öffnet in neuem Tab) statt, der Hauptstadt der Mongolei. Gefeiert wird nicht allein im Stadion der Stadt, eröffnet werden aber alle Wettkämpfe im Nationalen Sportstadion.
Unterkunft und Anreise: Ulaanbaatar hat Unterkünfte von Fünf-Sterne-Hotels bis zu günstigen Gästehäusern. Eine frühe Buchung ist dringend zu empfehlen, da das Festival viele Touristen anzieht. Die Stadt ist international gut per Flug angebunden, vor Ort gibt es Busse, Taxis und Mietwagen.
Tipps für den ersten Besuch: Wer das Naadam Festival erleben will, sollte sich vorbereiten. Wer früh kommt, bekommt gute Plätze; bequeme Kleidung und viel Wasser sind ratsam. Ein Abstecher zu Sehenswürdigkeiten wie dem Kloster Gandan (öffnet in neuem Tab) und dem Nationalmuseum der Mongolei (öffnet in neuem Tab) vertieft den kulturellen Eindruck.
Fazit
Das Naadam Festival gibt einen Einblick in die mongolische Kultur. Von den alten Ursprüngen bis zu den heutigen Feiern zeigt Naadam, dass Geist und Traditionen des mongolischen Volkes bis heute fortbestehen.
Feiertage rund um das Festival
Mongolei: Für dieses Land ist kein Feiertagskalender verfügbar.
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